Gregor Clemens rechnet mit Deutschland ab

Gregor_Clemens.jpg Ziemlich plötzlich verkündete Gregor Clemens mit seinem Label Lac Et Mel letztes Jahr den Umzug von Berlin nach London. Danach hat man lange nichts von dem Leipziger und Lac et Mel gehört. Jetzt bricht Gregor Clemens sein Schweigen und rechnet mit dem Modestandort Deutschland ab. Junge Designer würden hier nicht nachhaltig gefördert und die Fashion-Medienlandschaft in Berlin sei semiprofessionell. Im Interview mit EuropeFashion findet er klare Worte:

“Nach der letzten Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin war ich es einfach leid, die Fashion-Welt nur zu bespaßen und im Gegenzug einen feuchten Händedruck zu bekommen.”

Besonders Sponsor und Mitausrichter der Berliner Fashion Week IMG kommt nicht gut weg. “(…) das Engagement von IMG fokussiert sich vorrangig darauf, nach dem Geld der Designer zu schielen, ohne eine wirkliche Dienstleistung im Gegenzug zu bieten. Denn den eigentlichen Job erledigen ja dann die Labels selber bzw. die Firma Nowadays. Von IMG wird das dann noch als wohltätige Tat verkauft, getreu dem Motto „Das alles könnte auch noch weitaus mehr kosten“. Da wird bei der Personalbesetzung wie auch beim Showkalender nicht auf Qualität geachtet.”

Gregor Clemens ist nicht der erste Designer, der sich gegen die Organisatoren des Spektakels am Bebelplatz wehrt. Kollege Michael Michalsky eröffnete mit seiner StyleNite kurzerhand eine Gegenveranstaltung am Freitag Abend der Modewoche und erntete Applaus von Karl Lagerfeld. Gregor Clemens hat für den Sommer eine Haute Couture Kollektion angekündigt, die er auch wieder auf einer Fashion Week vorstellen möchte. Berlin wird’s sicher nicht sein.

Das komplette Interview mit Gregor Clemens gibt es bei EuropeFashion.